So funktioniert der Instagram Algorithmus

Instagram Pods

In Instagram by Patrick NixLeave a Comment

Um auf Instagram zu wachsen, greifen die User des Fotonetzwerks auf die unterschiedlichsten Tricks zurück. Neben dem unsäglichen “Follow/Unfollow”-Gebaren vieler zweifelhafter Accounts, gibt es unter Wannabe-Influencern auch den Trend, sich in sogenannten Instagram Pods zusammen zu tun um gemeinsam zu wachsen. Kann das funktionieren?

Die Idee hinter den Instagram Pods ist nicht dumm

In der Theorie ja.

Die Idee ist einfach und klingt zunächst tatsächlich verlockend: Nutzer, die ihre Accounts auf Wachstumskurs bringen wollen, finden sich über Facebook, WhatsApp oder anderen Plattformen in Gruppen zusammen. Darin posten sie dann entsprechende Links auf ihre neuesten Postings, versehen mit der Bitte, diese doch bitte zu like.

Nach dem Prinzip “Eine Hand wäscht die andere”, erwarten die Mitglieder des Instagram Pods, diese Gefälligkeiten natürlich auch auf ihren eigenen Postings und Accounts. Du kannst dir an dieser Stelle sicher ausmalen, dass ein solches Gebaren ursächlich dafür verantwortlich zu machen ist, dass es immer mehr Massen-Accounts gibt und nicht zuletzt auch die Qualität der Kommentare unter den Beiträgen leidet.

Das ist für die User solcher Pads aber nicht entscheidend. Ihnen geht es primär um Wachstum und das lieferten die Instagram Pods zunächst tatsächlich. Man muss den Nutzern von Instagram Pods schließlich zugute halten, dass sie sich zumindest Gedanken darum gemacht haben, wie der Algorithmus denn funktioniert und wie sie dessen Mechaniken am besten bespielen können.

Wir wissen, dass der Instagram Algorithmus Beiträge nach ihrer Relevanz bewertet. Diese Relevanzbewertung erfolgt mittels der quantitativen Auswertung der Interaktionen, insbesondere innerhalb der ersten Minuten nach der Veröffentlichung. Wird ein Beitrag also unmittelbar nach seiner Veröffentlichung überproportional häufig kommentiert und mit “gefällt mir” markiert, führt das zu einer größeren Reichweite, sowohl im Newsfeed der eigenen Follower, als auch im Discovery-Feed und den Themen-Feeds. Gerade dort spekulieren die User nun auf neue willige Follower. Und sicher geht dieses Spiel auch von Zeit zu Zeit auf.

Wo ist also das Problem?

Instagram betrachtet Pods als Manipulation

Und das sicher nicht zu Unrecht. So ist es auch nicht verwunderlich, dass Instagram, wie auch Facebook aktiv gegen diese Art der Manipulation vorgehen. So löscht Facebook beispielsweise aktiv große Gruppen, die sich ausschließlich dem Verteilen von Pseudo-Engagement verschrieben haben.

In der Folge besinnen sich die Verfechter von Instagram Pods wieder auf die Anfänge. Das heißt, statt in riesigen Massen-Gruppen findet man sich jetzt wieder eher in kleineren Zirkeln, nicht selten Chatgruppen auf WhatssAPP oder anderen Messengern zusammen. Ob das Prinzip dort auch weiterhin so gut funktioniert, ist jedoch mehr als fraglich.

Der Grund: Instagram passt seinen Algorithmus fortwährend an neue Gegebenheiten an. In den letzten Monaten wurde die Relevanzmessung via abgegebene LIkes beispielsweise deutlich zurückgefahren. Ein Herzchen hat in der Konsequenz heute weniger Bedeutung, als noch vor einem Jahr.

Darüber hinaus machen es kleinere Instagram Pods der Plattform natürlich immer leichter, auf sie aufmerksam zu werden. Wenn immer die gleiche Gruppe von Nutzern untereinander ihre Postings klickt und das unnatürlich nahe, am Zeitpunkt der Veröffentlichung, ist es natürlich ein leichtes, ein Script zu schreiben, das solcherlei Pod-Aktivitäten erkennt und enttarnt.

In letzter Konsequenz riskieren die User damit Sperren bis hin zur vollkommenen Suspendierung ihrer Accounts.

Machen Instagram Pods heute überhaupt noch Sinn?

Eher nicht. Und das nicht nur aufgrund der drohenden Risiken.

Wer Instagram aus professionellen Erwägungen heraus bespielt, hat sich dafür auch klare Ziele gesetzt. Diese erschöpfen sich in ordentlichen Strategien aber sich nicht in simplen Metriken, wie der Anzahl der Follower. Viel entscheidender sind Conversion, Community Building, Branding, etc. – All das können Instagram Pads aber gerade nicht liefern.
Bei ihnen geht es nur um die schnelle Manipulation einfacher Metriken. Das kann für angehende Wannabe-Influencer vielleicht ganz interessant sein, trägt aber sicher nicht bei professionell arbeitenden Unternehmen.

Und auch die angehenden Influenzier sollten bedenken, dass es heute hervorragende Tools gibt, mit denen die Qualität von Followern und Engagement gemessen werden kann. Wer hier keine sauberen Werte hat, sollte sich auch keine Hoffnungen auf gut dotierte Werbeverträge machen.

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