Linktree ist auf Instagram gar nicht nötig

Instagram: Du brauchst keinen Linktree!

In Instagram by Patrick NixLeave a Comment

Ein altes Problem auf Instagram besteht darin, dass es kaum Möglichkeiten gibt, den eigenen Content ausserhalb Instagrams zu verlinken. Normalen Accounts steht dafür lediglich der Link in der Profil-Bio zur Verfügung. Das Tool Linktree verspricht hier Abhilfe zu leisten. Das ist aber nicht unbedingt die beste Idee.

Das Problem

Das Wachstum von Instagram hält ungebrochen an. 2019 dürfte die Facebook-Tochter im deutschsprachigen Raum die Marke von 20 Millionen Nutzern knacken.

Kein Wunder also, dass auch immer mehr Unternehmen auf Instagram aktiv sind. Für diese stellt sich in aller Regel das Problem, dass es zwar sehr leicht ist, Interessenten innerhalb der Plattform zu erreichen, dass es sich aber als verhältnismäßig schwierig erwiesen hat, diese auch auf die eigene Website zu leiten.

Und genau das ist der Knackpunkt. Abhängig von den Zielen die du auf Instagram verfolgst, willst du ja unter Umständen auch Traffic für deine Website oder neue Kunden für deinen Funnel. Um das zu erreichen gibt es auf der Plattform nicht allzu viele Möglichkeiten.

Verifizierte und große Accounts (mehr als 10.000 Follower) können aus ihren Stories heraus auf externe Ziele verlinken; wer in Ads investiert hat diese Möglichkeit auch aus dem Feed heraus; die einzige Option die tatsächlich allen offen steht, ist der Link in der Profil-Bio.

Hier hat jeder User die Möglichkeit, einen Link nach draußen, beispielsweise auf die eigene Website oder den eigenen Youtube-Kanal anzulegen. Aber eben auch nur einen einzigen, wer auf mehrere externe Quellen verweisen will, schaut hier unweigerlich in die Röhre.

Und genau an dieser Stelle tritt das Tool Linktree auf den Plan.

Ist Linktree die Lösung?

Immer häufiger sehe ich in letzter Zeit, dass Nutzer statt auf ihre eigene Website aus dem Profil-Link heraus auf Linktree verweisen. Nach dem Klick öffnet sich dann in aller Regel eine schlichte Page mit untereinander angeordneten Links zu weiteren Websites.

Die Seite ist in den meisten Fällen in instagramtypischen Farben gestaltet, wirkt insgesamt aber recht unaufdringlich. Kein Wunder also, dass neben Privat-Accounts auch immer mehr Unternehmen auf diesen Service setzen. Es wirkt schlicht wie eine sinnvolle Ergänzung zu Instagram, die ein leidiges Problem löst. Und das in der Basisversion auch noch zum Nulltarif.

Nun ist es natürlich müßig, Trends zu hinterfragen; nur allzu oft folgen Trends auch schlicht keiner Logik. Im Falle des Hypes rund um Linktree bin ich aber schon irgendwie irritiert. Es stellt sich mir einfach die Frage, was Linktree leistet, was ich nicht auch auf meiner eigenen Website tun könnte.

Meine Ansicht: Linktree ist ein tolles Tool für all die, die keine eigene Website ihr eigen nennen. Allen anderen würde ich zu einer anderen Lösung raten, auch wenn diese mit ein wenig mehr Aufwand verbunden ist. Das Ergebnis dürfte diesen geringen Mehraufwand jedoch rechtfertigen. Mit Linktree verschenkst du nämlich eine Menge Potential.

Hier verschenkst du Potential

Die Frage ist doch, aus welchem Grund du deine Online-Aktivitäten überhaupt betreibst. Wenn du in irgendeiner Art unternehmerisch handelst, willst du die Interessenten die du über Instagram oder andere Plattformen erreichst, früher oder später monetarisieren.

Um das zu erreichen musst du Nutzer über kurz oder lang auf deine Website oder Landingpage führen. Warum also der Umweg über Linktree? – Wäre es nicht viel sinnvoller, stattdessen eine auf Instagram-Traffic optimierte Landingpage innerhalb der eigenen Website einzurichten?

Wer Linktree einsetzt, dem droht eine Menge Potential verloren zu gehen. Das beginnt allein schon damit, dass die User heute ungemein faul sind. Salopp gesagt birgt jeder zusätzliche Klick die Gefahr von Reibungsverlusten. Anders ausgedrückt: Mit jedem unnötigen Zusatzaufwand den dein Besucher erbringen muss, verlierst du potentielle Kunden!

Darüber hinaus, und ich gebe zu dass es hier etwas nerdig wird, hast du kaum Möglichkeiten den Traffic der auf Linktree landet zu retargeten. Genau das ist aber doch eines der mächtigsten Tools, die uns im Online Marketing zu Verfügung stehen.

Linktree erlaubt es in der kostenlosen Basis-Version nicht, Pixel einzubetten. In der Pro-Version können wir immerhin den Facebook-Pixel integrieren und darüber Besucher nachfassen oder in Custom Audiences sortieren. Andere Pixel sind jedoch auch hier nicht zulässig und gerade hier stehst du vor einem Problem.

Die bessere Lösung

Eine bessere Lösung liegt eigentlich auf der Hand. Und gerade diese Offensichtlichkeit ist es wahrscheinlich, die schuld daran ist, dass man diese Option so selten sieht.

Was spricht denn dagegen, eine eigene „Linkweiche“ nach dem Schema von Linktree auf der eigenen Website einzurichten? – der technische Mehraufwand hierfür ist letztlich minimal. In einer sehr schlichten Variante richtest du dir hierfür schlicht eine separate Seite mit einer Linkliste ein. Magst du es komplexer oder möchtest es aus Designgesichtspunkten lieber etwas schöner haben, gestaltest du deine Weiche vielleicht in Form einer ansprechenden Tabelle. (Nichts anderes macht Linktree am Ende?

Die Vorteile dieses Vorgehens liegen auf der Hand: Der Besucher ist bereis auf deiner Website angekommen und darf sich nun weiterorientierten. Vielleicht liegt deine Weiche innerhalb der normalen Navigationsstruktur deiner Website und neben der Weiche kann der Nutzer hier auch in andere Richtungen weiterklicken.

Vielleicht bietest du ihm aber auch eine Linkübersicht im Linktree-Style. CRO-Experten raten in solchen Fällen im Normalfall zum Prinzip „Weniger ist mehr“, am Ende liegt die Entscheidung aber natürlich allein bei dir.

Und genau das ist der Punkt um den es mir geht. Ein englisches Stichwort lautet „Never build a House on rented Land.“ – Genau das tust du jedoch, wenn du vorschnell auf einen Dienstleister wie Linktree vertraust. Hart ausgedrückt lieferst du ihm den Traffic, den du dir erarbeitet hast und bekommst selbst nur den Rest ab.

Mit einer „Linkweiche“ auf deiner eigene Website bist du auf der anderen Seite der Herr über deinen Traffic und die damit verbundenen Daten. Und genau das ist es doch, was du als kluger Webmaster sein willst, oder?

Fazit

Ich mag die Idee hinter Linktree und bin davon überzeugt, das der Service für zahlreiche Nutzer sehr gut geeignet ist, um ihre Follower von Instagram auf weitere Kanäle zu lenken. Das gilt aber nach meinem Dafürhalten nur für solche User, die über keine eigene Website verfügen oder denen das technische Know-how fehlt, eine passende Landingpage innerhalb ihrer eigenen Website einzurichten.

Allen anderen, und dazu zählen sicher primär Unternehmen und Freelancer, rate ich dazu den Gedanken von Linktree zu übernehmen und basierend auf diesem eine eigene „Linkweiche“ auf ihrer Website anzulegen.

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