Was ist ein Backlink wert?

Was ist ein Backlink wert?

In SEO by Patrick NixLeave a Comment

Wieviel ist ein Backlink eigentlich wert? – Das ist zweifellos eine der Fragen, die mir in Workshops und Seminaren am häufigsten gestellt wird. Ich will mich an dieser Stelle einer Antwort annähern; einen konkreten Wert zum ermitteln, ist aber natürlich schwer.

Für wen ist es überhaupt von Bedeutung, was ein Backlink wert ist?

Die Frage nach dem Wert einzelner Backlinks gehört in SEO-Kreisen wahrscheinlich zu den Topthemen. Klar, wir wissen schließlich dass Google jeden Link als Empfehlung für eine Website, respektive ein Dokument betrachtet. Die alte Logik deshalb: Je mehr Links, desto besser.

Doch funktioniert diese Logik längst nicht mehr so ohne Weiteres. Google ist das manuelle Linkbuilding natürlich ein Dorn im Auge, wird so die Empfehlungslogik nachhaltig kompromittiert. Für Webmaster ist es dennoch längst zur Routineaufgabe geworden, regelmäßig neue Links für das eigene Projekt aufzubauen.

Je weiter Google die Stellschrauben seiner Algorithmen angezogen hat, desto rarer wurden wirklich gute Links auch gesät. Der Verkauf von hochwertigen Backlinks wurde zu einem lukrativen Business und die Frage, was ein einzelner Backlink denn nun eigentlich wert ist, rückte immer mehr in den Fokus des Interesses.

Und das insbesondere für zwei Interessengruppen, die sich nicht selten überschneiden dürften:

Da wären natürlich zunächst die Suchmaschinenoptimierer. Diese wissen, dass Google die Qualität einer Website neben weiteren Faktoren eben auch an der Anzahl und der Qualität der eingehenden Links bemisst. (Ja, ich weiß um die anhaltende Diskussion um die Bedeutung von Backlinks. Dass Links eine Bedeutung haben, werden allerdings auch onpage-Extremisten nicht bestreiten. Die Frage ist eher, wie groß diese Bedeutung ist.) Das heißt, also für unseren Gegenstand: SEOs bemessen den Wert eines Backlinks primär daran, welchen Impact dieser auf ihre eigene Website hat. Gerade Links mit einer hohen Autorität wird da ein sehr hoher Wert beigemessen.

Und da kommt auch schon die zweite Gruppe ins Spiel, nämlich Webmaster, die ihre Projekte mittels des Verkaufs von Links monetarisieren wollen. Der Punkt ist der, dass Einnahmen aus Aiffiliate-Marketing und Display-Werbung seit Jahren zurückgehen. Da ist es kaum verwundernlich, dass sich immer mehr Webmaster der Option öffnen, sich für Verlinkungen zu anderen Websites bezahlen zu lassen. Doch auch für diese Gruppe stellt sich natürlich die Frage, was ein Link von ihrer Website eigentlich wert ist.

Im Endeffekt ist es natürlich so, dass sich beide Gruppen in der Mitte ihrer Erwartungen treffen müssen. Während SEOs im Normalfall sicher lieber weniger zahlen wollen, liegt es logischerweise im Interesse der Publisher einen Preis anzusetzen, der so hoch wie möglich ist. Ich könnte diesen Text an dieser Stelle im Prinzip beenden und schlicht auf Adam Smith verweisen. Der gab nämlich zu Protokoll, dass der Markt die Frage nach dem Preis letztendlich von ganz allein regelt.

Ganz so einfach ist es aber natürlich nicht.

Denn um einen objektiven Preis für einen Backlink zu ermitteln gilt es schlicht viel zu viele, teils subjektive Indikatoren in den Blick zu nehmen. Kommen wir als zur Gretchenfrage:

Wie ermittle ich den Wert eines Backlinks?

Natürlich hängt der individuelle Wert eines Backlinks von verschiedenen Faktoren ab. Einige wesentliche Faktoren gehören dabei ohnehin zum A und O des Linkbuildings:

  • Relevanz. Das klingt banal, oder? Aber Tatsache ist nunmal, dass ein Backlink ohne inhaltliche Relevanz nichts wert ist. Was ich damit sagen will ist, dass du immer prüfen musst, ob der Link den du haben möchtest auch aus einem inhaltlichen Umfeld kommt, das zu dir und deinem Content passt. Weiter unten werde ich verschiedene Metriken diskutieren, die für die Wertbemessung eines Backlinks herangezogen werden können. Am Ende spielen diese ganzen Metriken aber keine Rolle, wenn der Backlink keine inhaltlich Relevanz hat. Damit meine ich im Übrigen auch gar nicht unbedingt die Relevanzbeweetung durch Google (auch wenn die natürlich nicht ganz unwichtig ist). – was mir viel wichtiger ist, ist die Einschätzung deiner User: Im besten Fall fließt natürlich Traffic über den LInk. Wenn dieser Traffic nun nicht zu deinem Content passt, die User vielleicht eine andere Erwartungshaltung hatten, werden sie dich mit negativen Nutzersignalen bestrafen. Und das ist das schlimmste, was dir passieren kann. Deshalb sollte die oberste Regel lauten, dass jeder Link um den dich bemühst inhaltlich relevant sein muss!
  • Position. Okay, noch so eine Binsenweisheit. Natürlich spielt es eine nicht unwesentliche Rolle, wo dein Link auf der linkspendenden Seite eingebettet ist. Faustregel: Je weiter oben, desto besser. Fußzeilen und Seitenspalten solltest du dringend meiden. Die besten Backlinks stammen aus den ersten ABsätzen redaktioneller Inhalte mit einer hohen Halbwertszeit. Im besten Fall haben diese Artikel eine hohe Lebensdauer. Reine Newsartikel eignen sich deshalb als Linkspender eher weniger; Artikel die Probleme lösen, die auch ein oder zwei Jahren noch von Relevanz sind, sind daher ideal.
  • Linkjuice. Schließlich solltest du dir genau ansehen, wie tief deine Linkspendende Seite in der Struktur der Website vergraben ist. Prinzipiell gilt: Je näher an der Homepage, also der Startseite, desto besser. Am Ende ist die Tiefe der Struktur aber natürlich eine Frage der Website-Architektur. Wenn der Artikel, aus dem du einen Link erhalten kannst nun aber erst im fünften Unterverzeichnis liegt, solltest du von diesem Link eher Abstand nehmen oder zumindest keine allzu hohen Preis dafür bezahlen.

Diese Aspekte lassen sich in harten Metriken oft kaum abbilden. Hier gilt es, sich die Website tatsächlich genau anzusehen. Oftmals verschafft dir ein grober Überblick ein gewisses Gespür dafür, was ein Backlink hier wert sein könnte. Wenn das nicht der Fall ist, gilt es, sich die Metriken etwas genauer anzuschauen.

Zentrale Metriken

Aber seien wir doch ehrlich. Gerade wenn es ums Geld geht, hören wir weniger auf unser Bauchgefühl oder groben Einschätzungen, als auf harte Zahlen. Zahlen wirken einfach immer objektiv und so ist es kein Wunder, dass es da draußen zahlreiche Metriken gibt, die den Wert von Backlinks maßgeblich bestimmen.

Die Zeiten, in denen Google regelmäßig seinen Page Rank veröffentlichte gehören natürlich längst der Geschichte an. An seine Stelle sind inzwischen einige andere Metriken getreten, die mal mehr mal weniger aussagen. Dazu gehören insbesondere:

  • Sichtbarkeitsindex (SI): In Deutschland wahrscheinlich aktuell der wesentlichste Indikator. Der SI gibt an, wie wahrscheinlich es ist, bei normalem Surfverhalten über eine Website zu stolpern. Dabei wertet der Toolanbieter Sistrix ein gewaltiges Set an Keywords aus, um basierend auf der SERPs zu diesen Keywords zu bestimmen, wie hoch die Sichtbarkeit der jeweiligen Seite ist. Gerade Nischenwebsites haben es hier schwer einen relevanten Wert zu erzielen. Das hat zwei Ursachen: Zum einen verfügen solche Website häufig nicht über ausreichend Content um die notwendige Anzahl von Rankings zu erreichen. Darüber hinaus beschäftigen sie sich nicht selten mit Themenbereichen, deren Begriffe um ausgewerteten Keywordset einfach nicht enthalten sind. So kann es nischigen Seiten passieren, dass diese trotz größter Relevanz in ihrem Thema keinen messbaren SI aufweisen. Ein Link von einer solchen Seite kann jedoch dennoch sehr fertig sein!
  • Link-Popularität und Domain-Popularität: Natürlich entscheiden auch die eingehenden Links darüber, wieviel ein ausgehender Link wert ist. Hier empfehle ich insbesondere zu betrachten, wie hoch die Domain-Popularität der linkspendenden Website ist. Es nützt nichts, wenn dein Linkpartner zwar zahlenmäßig viele eingehende LInks aufweist, diese allerdings alle aus derselben Quelle stammen. Hier ist Vorsicht geboten, deutet dies doch auf einen Manipulationsvesuch hin, der von Google nicht gern gesehen wird. Für dich besteht da das Risiko ebenfalls ins Zwielicht zu geraten. Eine starke Link-Popularität spricht allerdings dafür, dass du es hier mit einer starken Website zu tun hast, von der du gern einen Link annimmst.

Welche Werte hier gut oder schlecht sind, ist immer relativ in Bezug auf das Projekt und die Nische zu betrachten. Gerade für kleine Unternehmenswebsites ist ein SI von mehr als 1,0 oft utopisch. Journalistischen Angeboten ist es dagegen durchaus möglich, dreistellige Werte zu erreichen. Ähnlich sieht es mit anderen Metriken aus.

Generell lässt sich sagen, dass ein Link für dein Projekt gut ist, wenn die Werte besser aussehen, als sie es auf deiner Seite tun. – In solchen Konstellationen ergibt sich das Bild, dass ein Großer einem Schwächeren hilft. Und von genau dieser Konstellation profitierst du im Normalfall auch.

Dennoch solltest du natürlich genau schauen, zu welchem Preis Backlinks gehandelt werden. Auch hier gibt es aber natürlich keinen fixen Preisrahmen. Generell sind Websites, die überhaupt einen messbaren SI aufweisen durchaus berechtigt, einen Preis aufzurufen. Bewegt sich der Si um 0,1 kann der Preis für einen ausgehenden Link gern im dreistelligen Bereich liegen.

Gerade hier kommt es aber natürlich auf den Wettbewerb innerhalb deiner Branche an. Eine erhöhte Nachfrage nach Links treibt natürlich auch den Preis in die Höhe. Wie in allen Bereichen der Wirtschaft gibt es aber natürlich auch hier Konjunkturen. Es kann im Einzelfall für den preisbewußten Webmaster durchaus Sinn machen, abzuwarten und zu beobachten, wie sich die Preise entwickeln.

Du siehst, den Wert eines Backlinks zu taxieren ist schwierig. Nicht selten ist dabei auch ein gehöriges Maß an Verhandlungsgeschick gefragt. Wahrscheinlich stehst du aber auf der sicheren Seite, wenn du dir die Grundregeln des Linkbuildings in Erinnerung rufst und zumindest die wichtigsten Metriken prüfst.

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