Worst practice #3: PETA und #veganwerdenwaslosdigga

#veganwerdenwaslosdigga

Worst practice #3: PETA und #veganwerdenwaslosdigga

Die Tierschutzorganisation PETA ist bekannt für ihre aufsehenerregenden Kampagnen. Mit ihrer aktuellen Hashtag-Kampagne #verganwerdenwaslosdigga hat sie sich aber ganz sicher keinen Gefallen getan.

Hach, wie fange ich diesen Text denn jetzt an? – Vielleicht erstmal mit der Erklärung, dass ich PETA ja eigentlich super finde. Und dass ich die Ausbeutung von Tieren vollkommen ablehne. Und überhaupt. Und so.

Aber das ist ja gar nicht der Punkt.

Hier soll es ja um diese seltsame Hashtag-Kampagne gehen.

Wie funktionieren Hashtag-Kampagnen?

In den USA und vielen anderen Ländern sind Hashtags längst im Mainstream angekommen. (Deutschland hat, wie so oft, auch in diesem Bereich Nachholbedarf.) Wer sich in den letzten Jahren hin und wieder den Superbowl angesehen hat, der wird in den Werbepausen bemerkt haben, dass in vielen Spots statt der üblichen Webadressen der Unternehmen nur noch schlicht Kampagnen-Hashtags angegeben werden.

Die Werbeplätze bei Superbowl sind die teuersten die es im Fernsehen gibt. Und das weltweit. Die werbenden Unternehmen scheinen sich also etwas dabei zu denken.

Im Kern geht es um Sichtbarkeit in sozialen Netzwerken: Dort spielen die persönlichen Beziehungen der Nutzer eine zentrale Rolle. User verbinden sich untereinander um sich auszutauschen und sich darüber zu informieren, was ihnen wichtig ist.

Über die Funktion der Hashtags passiert nun aber etwas spannendes: Mit nur einem Klick auf ein mit ‚#“ markiertes Keyword verlässt der Nutzer die persönliche Sphäre und wechselt in den Interest Graph. Hier spielen persönliche Beziehungen keine Rolle mehr. Es werden nur noch thematisch sortierte Beiträge ausgegeben.

Interessant für Unternehmen ist das deshalb, weil so über den Empfehlungscharakter eines Social Media-Beitrags Menschen auf ein Thema gestoßen werden, die sich ansonsten womöglich nicht dafür interessiert hätten.

Noch spannender werden Hashtag-Kampagnen, wenn der Fokus auf User generated Content gelegt wird. Die Nutzer erstellen dabei von sich aus Beiträge, die, markiert durch das Kampagnen-Hashtag, für ein Unternehmen werben. Freiwillig. Unentgeltlich. Viral.

Beispiele für erfolgreiche Hashtag-Kampagnen sind beispielsweise #justdoit, #lovemyDQ oder auch #CorsaTime. Dazu aber demnächst mehr in einem Best Practice-Artikel.

Schauen wir uns doch zunächst mal an, was gute Hashtag-Kampagnen gemeinsam haben und was PETA hier falsch macht.

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Was macht gute Hashtag-Kampagnen aus?

  • In der Kürze liegt die Würze. Hashtags sollten kurz sein. Warum? – Weil Twitter die Zahl der der Zeichen stark begrenzt und die User mit freier Zeichenanzahl tendenziell tippfaul sind. Als Faustregel gilt: maximal drei Wörter pro Hashtag und nur in absoluten Ausnahmefällen mehr als zehn Zeichen – #verganwerdenwaslosdigga ist zu lang!

  • Keep it simple and catchy. Hashtags sollten nicht zu kompliziert sein und sich leicht einprägen lassen. Besser als #verganwerdenwaslosdigga wäre deshalb schlicht #verganwerden

  • Wer ist deine Zielgruppe? Natürlich muss ich mir im Vorfeld überlegen, welche Zielgruppe ich ansprechen möchte. Ob PETAs Zielgruppe tatsächlich die Kids aus dem Neuköllner Ghetto sind? Ich glaube nicht. Sprechen die Kids heute überhaupt so? Wie wäre es vielleicht mit #BaboIstVegan?

  • Natürliche Sprache. Allgemein sollte darauf geachtet werden, dass sich der Inhalt eines Hashtags in die natürliche Sprache einflechten lässt. Das fällt mir bei #veganwerdenwaslosdigga ehrlich gesagt schwer. Aber wie klingt denn das: „Dein #BaboistVegan. Und du?“ – Funktioniert als Überschrift eines Blogposts, spricht die vermeintliche Zielgruppe an, ließe sich offline problemlos auf Plakate drucken…

  • Sei dir bewusst: Das Internet ist gemein. Die BVG musste schmerzlich erfahren, wie man sich mit einer gut gemeinten Hashtag-Kampagne (#weilwirdichlieben) böse auf die Nase legen kann. Die Kampagne von PETA birgt leider ein ähnliches Risiko.

Zum Thema Hashtags und Hashtag-Kampagnen brennt mir noch einiges unter den Nägeln. Mehr dazu in Kürze. An dieser Stelle vielleicht als Rausschmeißer ein Tweet, der ziemlich genau meiner Reaktion auf die Kampagne entspricht:

Und wie findest du die Kampagne von PETA? Lass es mich in den Kommentaren wissen!

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