untappd - das soziale Netzwerk für Bierfreunde

Untappd – das Nischennetzwerk für Biertrinker

In Social Media Marketing by Patrick NixLeave a Comment

Das soziale Netzwerk Untappd zeigt seit Jahren, welche Relevanz Nischen-Netzwerke im Windschatten der großen Player haben. Aus dem Marketing von Bars und Brauereien ist die App längst nicht mehr wegzudenken. Und auch Biertrinker dokumentieren ihren Konsum immer häufiger und prosten sich digital zu.

Auch Nischennetzwerke gehören in eine gute Social Media Strategie

Mit 8 Millionen Nutzern ist Untappd definitiv keines der großen Angebote unter den Social Media-Plattformen. Interessant wird es aber, wenn wir einen näheren Blick auf die Nutzerschaft werfen. Diese ist nämlich nicht nur extrem aktiv, sondern auch in Hinblick auf den avisierten Markt sehr exakt qualifiziert.

Wie auch andere Nischennetzwerke haben sich die Macher hinter Untappd von Beginn an auf ein kleines Teilsegment des Gesamtmarktes eingeschossen. Während sich beispielsweise Strava auf Triathleten und Läufer konzentriert, hat es Untappd auf die Freunde gehobener Bierkultur abgesehen.

Damit segelt das Netzwerk naturgemäß im Windschatten der großen Player. Wer es auf Riesenreichweiten abgesehen hat, für den dürfte das Bier-Netzwerk sicher nichts sein, stattdessen wäre es wohl auf Facebook und Youtube besser aufgehoben.

Wer sich allerdings mit seinem Geschäft in der Craft Beer-Branche verortet, kommt an Untappd nicht mehr vorbei. Da sich die Anwendung vollkommen auf eine monothematische Ausrichtung eingelassen hat, finden Nutzer hier deutlich weniger inhaltsfremder Ablenkung. Und genau daher rührt sicher auch die Attraktivität für Bars und Brauer.

Untappd – das soziale Netzwerke für Biertrinker

Craft Beer-Fans können innerhalb der App nach Bieren und Brauereien suchen, getrunkene Biere geschmacklich bewerten und mit weiteren Informationen versehen. So entsteht mit der Zeit eine Chronik, anhand derer sich der Nutzer orientieren kann, wenn es darum geht neue Biere zu entdecken.

Tatsächlich sozial wird das Netzwerk durch die symmetrische Freundschaftsbeziehungen wie wir sie auch von Facebook oder LinkedIn kennen. Dem klassischen Like entspricht hier das Zuprosten. Alles getreu dem Motto: „Drink socially.“

Untappd ist ganz im Sinne von Michael Schrader ein transformationales Produkt par Excellence: Durch einen geschickten Gamification-Ansatz triggert die App den Nutzer, regelmäßig neue Biere einzuchecken. Durch interne Abzeichen (Batches) wird der User motiviert, sich inhaltlich weiterzuentwickeln, neue Stile auszuprobieren. Je mehr unterschiedliche Biere, desto besser sieht das eigene Profil auf Untappd aus.

Was für Außenstehende vielleicht zunächst schräg anmutet, verändert die Craft Beer-Szene gerade massiv. Fachhändler und Bars berichten, dass sie ihr Sortiment immer stärker auf die Bedürfnisse der Stammgäste ausrichten. Diese erfahren sie hervorragend aufbereitet in der Untappd-App. Und genau hier kommt der Marketing-Aspekt ins Spiel.

Untappd for Business

Es ist natürlich längst eine Binsenweisheit: Je mehr ich über meinen Kunden weiß, desto besser kann ich mein Angebot an seine Bedürfnisse anpassen. Untappd übernimmt hier nun die Rolle des Digitalisierers eine sehr traditionsbewussten Branche.

Da die User Informationen über ihre Trink- und Konsumgewohnheiten über die App sehr bereitwillig abgeben, eröffnet sich für die Betreiber von Bar und Brauereien ein Datenschatz von unschätzbarem Wert.

Die Brauer können unmittelbar Feedback zu ihren Produkten bekommen; Barbetreiber sehen wo die Interessen der Stammgäste liegen und können ihr Sortiment darauf anpassen. In Zeiten, in denen beinahe täglich Hunderte neuer Bierkreationen auf den Markt gespült werden, stellt dies sicher einen probaten Kompass dar.

Den Zugang zu diesem Datenschatz und die Möglichkeit zur direkten Kommunikation mit den Kunden lässt sich Untappd teuer bezahlen. Untappd for Business kostet dem Vernehmen nach um die 500€ im Monat. Genaue Preise macht der Anbieter aktuell nicht öffentlich.

In einschlägigen Bars ist in letzter Zeit darüber hinaus immer häufiger Hardware anzutreffen, die mit dem sozialen Netzwerk korrespondiert. So kann sich der Gast nicht nur innerhalb der App über das Angebot informieren, er bekommt es auch über einen großen Bildschirm in der Bar dargestellt. Darüberhinaus wird auf diesem angezeigt, welcher Untappd-User gerade im Lokal ist und welches Bier er gerade trinkt.

Untappd zeigt, wie wichtig Nischennetzwerke sein können

So zeigt Untappd hervorragend, wie wirkmächtig Nischennetzwerke sein können. Während sich viele Marketingabteilungen und Agenturen noch immer primär auf die Platzhirsche konzentrieren, stellt sich dort immer häufiger Unmut über angeblich sinkende Reichweiten ein.

Dies liegt allerdings in der Natur der Sache: Je größer ein Netzwerk wird, desto größer wird auch das Gedränge und damit einhergehend die Notwendigkeit, die Reichweiten von einzelnen Beiträgen algorithmisch zu steuern.

Die Konkurrenz auch Nischennetzwerken ist hingegen natürlich begrenzt. Das sorgt für ein stärker fokussiertes Interesse der Zielgruppe und kann anderswo zurückgehende Reichweiten womöglich sinnvoll kompensieren.

Ich empfehle aus genau diesem Grund immer wieder, sich auch mit relevanten Nischennetzwerken auseinanderzusetzen. Neben dem sozialen Netzwerk für Bierfreunde gibt es inzwischen Plattformen für fast alle erdenklichen Special Interest-Themen. Modernes Marketing sollte sich für diese Angebote öffnen um auch künftig relevant zu bleiben.

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