So funktioniert der Instagram Algorithmus

So funktioniert der Instagram-Algorithmus. Und so erhöhst du mit diesem Wissen deine Reichweite.

In Instagram, Social Media Marketing by Patrick NixLeave a Comment

Um zu verstehen, wie der Instagram-Algorithmus funktioniert, ist es nicht die schlechteste Idee, sich anzuschauen wie Instagram generell funktioniert.

Instagram will dir Content präsentieren, der dich anspricht, dir hilft, dich inspiriert oder zumindest deine Aufmerksamkeit für einen kleinen Augenblick auf sich zieht. Denn genau das ist es, was die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass du die App häufiger öffnest.

Es ist letztlich nichts anderes als deine Aufmerksamkeit, die Instagram (genau wie alle anderen sozialen Netzwerke auch) als exklusives Gut an seine Werbepartner verkauft und damit sein Geld verdient. Aus diesem Grund ist der Algorithmus auch auf dieses Ziel hin designt.

Der Instagram-Algorithmus bewertet deshalb Interaktions-Metriken die darüber Aufschluss geben, wie gut dein Content in der Lage ist, Aufmerksamkeit zu generieren. Das ist was passiert, wenn du ein neues Posting erstellst:

  1. Dein Beitrag wird einem kleinen Anteil deiner Follower ausgespielt.
  2. Instagram misst, wie schnell und wie oft dein Publikum mit deinem Posting interagiert, das beinhaltet Metriken wie Likes, Saves, Kommentare und nicht zuletzt auch die Verweildauer auf deinem Beitrag)
  3. Es vergleicht die Interaktionsrate deines neuen Postings mit älteren Beiträgen, die an diesem Wochentag und zu dieser Uhrzeit gepostet von dir gepostet wurden.
  4. Sollte dein neuer Beitrag schlechtere Interaktions-Werte aufweisen als der Durchschnitt deiner älteren Postings, wird das Posting in der Folge seltener ausgespielt. Das bedeutet, es rutscht im Feed deiner Follower weiter nach unten, wird seltener im Explorer-Feed ausgespielt und erscheint nicht unter Empfehlungen.
  5. Sollte dein neuer Beitrag jedoch bessere Interaktions-Metriken aufweisen rutscht er in den Feeds nach oben, wird prominenter im Explorer-Feed ausgespielt und wird womöglich auch fremden Nutzern als interessant vorgeschlagen.

Diese Funktionsweise des Instagram-Algorithmus ist natürlich längst kein Geheimnis mehr und nicht zuletzt von seinem großen Bruder, dem Newsfeed-Rank auf Facebook bekannt. Das hat zur Folge, dass gerade größere Accounts damit begonnen haben, den Algorithmus zu „hacken“.

Aus Influencer-Kreisen ist so beispielsweise zu hören, dass sich große Accounts in sogenannten Pods zusammenfinden um sich gegenseitig zu unterstützen. Hinter diesen Pods verbirgt sich letztlich nichts anderes als eine Reihe von Chatgruppen, in denen die Mitglieder unmittelbar nach dem Release eines Postings um umgehende Interaktion bitten.

So werden die relevanten Metriken unmittelbar nach der Veröffentlichung eines Beitrags nach oben getrieben, Instagram nimmt eine hohe Relevanz an und spielt die betreffenden Beiträge auch in der Folge besser aus.

Mit einer hohen Qualität der Beiträge hat dies natürlich nichts zu tun, jedoch verstehen sich die Urheber darin, mit dem Algorithmus umzugehen. Klar ist natürlich, dass sich dieses Wissen für Brands und Influencer in barer Münze auszahlen kann.
Was bedeutet das also für dich?

Poste zu Zeiten, in denen deine Zielgruppe aktiv ist.

Wenn du frei Schnauze über den Tag hinweg postest, wirst du wahrscheinlich kaum die User erreichen, die unmittelbar auf deinen Beitrag reagieren. Schaue dir deshalb an, zu welchen Zeiten die Interaktionen auf deine Beiträge am besten aussehen und poste ausschließlich dann. Wie auch auf anderen Plattformen ist hier ein Redaktionsplan ein Hilfsmittel von unschätzbarem Wert.

Erhöhe sowohl den visuellen, als auch den inhaltlichen Wert deiner Postings.

Die Leute bewerten deine Beiträge auf Instagram in zweierlei Hinsicht. Einerseits natürlich danach, wie gut er aussieht. Andererseits aber auch danach, wie gut der Content ist. Guter Content bedeutet in diesem Zusammenhang, dass deine Beiträge hilfreich oder unterhaltsam sein sollten.

Versuche deinem Publikum einen klaren Mehrwert mitzugeben. Das ist natürlich stark subjektiv, jedoch kannst du auch hier auf einfache Metriken zurückgreifen. Die Statistiken, die dir in Business-Accounts zur Verfügung stehen zeigen relativ klar, welche Inhalte bei deinen Followern ankommen und welche nicht.

Tipp: Schaue dir unbedingt die Werte eines längeren Zeitraums an um kurzfristige Trends auszuschließen.

Verzichte auf branded Content

Erinnerst du dich noch daran, wann du das letzte mal von einem Posting eines Unternehmens auf Instagram so richtig begeistert warst? Nein? Ich auch nicht.
Der Punkt ist der, dass Unternehmens-Accounts in Sachen Interaktionsrate im unteren Viertel auf Instagram rangieren. Und das ist angesichts der Content-Qualität solcher Accounts auch kaum verwunderlich.

[Tweet „Du musst auf #Instagram menschlich rüberkommen und nicht klingen wie ein Marketing-Roboter oder der Twitter-Feed von Phillip Lahm.“] Vieles von dem, was wir im klassischen Marketing als probate Mittel betrachtet haben, funktioniert in einem persönlich anmutenden Netzwerk wie Instagram einfach nicht mehr. Du solltest hier stets menschlich rüberkommen und nicht klingen wie ein Marketing-Roboter oder der Twitter-Feed von Phillip Lahm (… wobei das im Endeffekt wahrscheinlich dasselbe ist.)

Einfache Faustregel: Gebe deinen Followern einen Mehrwert, statt zu versuchen Mehrwert aus deinen Followern zu ziehen.

Teste regelmäßig neuen Content, messe deine Ergebnisse und verbessere deinen Kanal stetig

Der beste Weg, deine Interaktions-Rate nach oben zu treiben liegt darin, zu verstehen welcher Content deiner Zielgruppe gefällt. Und das findest du am besten raus, wenn du regelmäßig testest und neue Formate ausprobierst.

Versuche jede Woche neuen Content auszuprobieren und messe die Ergebnisse. Wenn die Performance gut aussieht, solltest du dieses Format weiter bespielen und versuchen es weiter zu optimieren. Werfe im Gegenzug dazu alte Formate raus, deren Werte regelmäßig unter deinen Kanalschnitt rutschen.

Setze keine Bots ein!

Erinnerst du dich noch an die Debatte um das Shadowbanning auf Instagram und Twitter im letzten Jahr? Wenn wir daraus eines gelernt haben sollten, dann dass der Einsatz von Bots der wohl sicherste Weg zu weniger Reichweite ist.

Instagram möchte für echte User attraktiver werden und das bedeutet eben auch, dass die vielen Bot-Accounts sukzessive verschwinden sollen. Der Instagram-Algorithmus ist derart ausgerichtet, dass unnatürlich wirkende Handlungsweisen sanktioniert werden.

Dies ist natürlich zuvorderst auf Bots ausgerichtet, trifft in der Konsequenz aber auch natürliche User, die sich unnatürlich verhalten. Automatisierte Likes, standardisierte Hachstags, etc. solltest du deshalb lassen. Hüte dich schlicht vor allen Formen der Automatisierung.

Tipp: So kannst du auch ohne den Einsatz von externen Tools über den Desktop auf Instagram posten.

Sei dir im Klaren darüber, dass sich der Algorithmus verändern wird. Instagram aber nicht.

Instagram existiert letztlich nur aus einem einzigen Grund. Um die Zeitspanne zu erhöhen, die du auf Instagram verbringst. Mit genau dieser Zielrichtung wird sich der Algorithmus immer wieder verändern, wenn sich die Verantwortlichen überlegt haben, dass es bessere Metriken gibt um ihre Ziele zu erreichen.
Der Unternehmenszweck von Instagram wird sich dadurch aber nicht verändern. Und das ist für dich letztenendes eine gute Nachricht. Denn wenn du verstanden hast, wie dein Account für Instagram am wertvollsten ist, wird dich Instagram mit höherer Reichweite belohnen. That’s it.

Leave a Comment

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.