Sinkt die organische Reichweite bei Facebook tatsächlich? (Oder liegt es vielleicht an dir?)

Sinkt die organische Reichweite bei Facebook tatsächlich?

Sinkt die organische Reichweite bei Facebook tatsächlich? (Oder liegt es vielleicht an dir?)

Sinkt die organische Reichweite bei Facebook tatsächlich? Stimmt das Gerücht, dass Facebook Fanpage-Betreiber drangsaliert und sie in die bezahlte Werbung drängen möchte, damit ihre Beiträge auch wirklich alle ihre Fans erreichen? Oder liegt es vielleicht daran, dass Fanpage-Betreiber und Social-Media-Manager einfach träge geworden sind und sich nicht auf die neue Welt eingestellt haben?

Ja, die organische Reichweite bei Facebook sinkt tatsächlich. Aber…

Ich habe über den Aufhänger dieses Artikels ungewöhnlich lange nachgedacht. Das Sinken der organischen Reichweite bei Facebook ist ein sensibles Thema. Wie provokant kann ich dieses Thema besprechen? – Zumal ich doch eigentlich der nette Social Media-Onkel von nebenan bin.

„Deine Reichweite bei Facebook sinkt? – Dann mach deinen Job besser!“ – Nein, das wäre zu direkt.

„Deine Reichweite bei Facebook sinkt? – Dann engagiere jemanden, der sich damit auskennt!“ – nein, das wäre anmaßend.

Ein Arbeitstitel war „It’s all about the Reichweite, Stupid!“ – den habe ich aber auch verworfen. Schließlich will ich Lösungen anbieten. Mir geht es hier darum, dir zu zeigen wie du deine Reichweite wieder steigerst.

Denn richtig ist auf jedenfalls eines: Die organische Reichweite bei Facebook sinkt bei vielen Fanpages tatsächlich. Das entscheidende ist aber, dass dieser Satz mit einem „Aber“ weitergehen müsste. Und dieses „Aber“ erklärt, wie die Reichweite auch heute noch sehr hoch sein kann. Wenn man es denn richtig macht. Dazu aber unten mehr.

Stellen wir uns doch zunächst mal eine Frage:

Warum sinkt die organische Reichweite bei Facebook überhaupt?

Früher war Facebook übersichtlicher als heute. Die Nutzer hatten selten mehr als 150 „Freunde“, sie markierten die Seiten einiger Musiker oder Unternehmen mit „gefällt mir“ und abonnierten damit deren Statusmeldungen.

So kamen am Tag maximal ein paar Hundert neue Einträge in ihren Stream. Diese konnte jeder überblicken, der sich zwei oder dreimal täglich einloggte.

Daneben konnte jeder Nutzer auswählen, ob er von einer Fanpage „das meiste“ oder eher weniger sehen mochte. Auch das hat für Übersichtlichkeit gesorgt.

Das Dumme war: Diese Funktion wurde den Usern kaum genutzt und deshalb irgendwann abgeschafft. Zeitgleich stieg die Zahl an Freunden, sowie an abonnierten Fanpages und Gruppen ins Unermessliche.

Der Newsfeed wurde unübersichtlich und die Nutzer unzufrieden. Es wurden Stimmen laut, die behauptet haben, auf Facebook würde nur noch Spam veröffentlicht.

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Das war natürlich damals wie heute nicht richtig. Die Wahrheit ist vielmehr: Die Nutzer haben ihren Newsfeed einfach nicht im Griff. (Wie du deinen Newsfeed optimieren kannst, zeige ich dir in diesen 20 Tipps für einen besseren Facebook Newsfeed.)

Facebook sah sich also gezwungen, ein neues Ordnungsprinzip einzuführen, nach dem entschieden wird, wem welche Beiträge präsentiert werden. Denn fest steht: Der durchschnittliche Facebook-Nutzer würde heute mindestens 1500 Beiträge am Tag sehen, wenn ihm wirklich jeder Beitrag von jedem abonnierten Freund, Fanpage oder Gruppe ausgeliefert würde. An die hypothetischen Zahlen der Heavy User möchte ich gar nicht denken.

Ok, worum geht’s und was muss ich für eine ordentliche organische Reichweite tun?

Böse Zungen behaupten unerlässlich, dass es Facebook bei diesen Veränderungen nur darum geht, höhere Erlöse durch den Verkauf von Werbeanzeigen, respektive „sponsored Postings“, zu erzieln.

Klar, Facebook ist ein auf Gewinnmaximierung ausgerichtetes Unternehmen. Gegen höhere Gewinne dürfte dort also niemand etwas einzuwenden haben.

Es geht Facebook aber definitiv auch darum, seinen Nutzern einen Mehrwert zu bieten. Ein spammiger Newsfeed bietet aber definitiv keinen Mehrwert.

Also, worum geht’s?

Das Zauberwort heißt „Relevanz“.

Dem Nutzer werden die Beiträge ausgeliefert, die für ihn die höchste Relevanz haben. Oder die, von denen Facebook glaubt, dass sie für ihn eine hohe Relevanz haben.

Für dich als Betreiber einer Fanpage geht es also darum, relevante Beiträge zu schreiben. Dann ist eigentlich alles paletti.

Stellt sich also nur noch die Frage, wie Relevanz erzeugt, geschweige denn gemessen wird.

Für den User gilt es also auf der einen Seite, Facebook zu zeigen, wofür er sich interessiert. Für dich als Fanpage-Betreiber ist es also wichtig, dem User Angebote zu unterbreiten, die ihm weiterhelfen. – So entsteht Relevanz.

Facebook zieht verschiedene Indikatoren in die Bemessung der Relevanz mit ein. Am entscheidensten dürfte dabei die Interaktionsquote sein, die zwischen einem Nutzer und einer Fanpage entsteht.

Teilt er deine Beiträge? Markiert er deine Beiträge mit „gefällt mir“ oder schreibt er Kommentare? – All das sind Formen von Interaktion, die letztlich dazu beitragen, dass Facebook zu dem Schluss gelangt, dass deine Fanpage für genau diesen User relevant und wichtig ist.

Und genau, du ahnst es schon: Ist das der Fall, wird er auch künftig deine Beitrage ausgeliefert bekommen.

So weit, so logisch. Wie kommt es nun also, dass so viele Leute über eine sinkende organische Reichweite bei Facebook Fanpages klagen?

Ich möchte noch mal eines klarstellen: Ja, es stimmt dass bei vielen Fanpages die Reichweite sinkt. Das ist aber, gemessen an meinen bisherigen Ausführungen auch absolut logisch, oder?

Bei der Vielzahl an Freunden und gelikten Fanpages können die Nutzer einfach keine hohen Interaktionsraten mit allen Seiten aufrecht erhalten. Das ist allein aufgrund der schieren Masse vollkommen unmöglich.

Genau so erklärt sich auch das Phänomen, dass vor allem große Fanpages über ein Einbrechen der Reichweite klagen. Wer Hundertausende von Fans hat, der hat darunter notwendig auch einen hohen prozentuellen Anteil von Karteileichen. Inaktiver geht es ja gar nicht mehr.

Nun liefert Facebook deine Beiträge nicht zeitgleich an jeden Abonnenten aus, sondern tut dies in Chargen. Wenn in der ersten Charge ein überproportional großer Teil von Karteileichen anzutreffen

ist, die nicht mit dem Beitrag interagieren, wird die zweite Charge kleiner werden. Facebook betrachtet deinen Beitrag nicht als relevant genug, um ihn an viele Nutzer auszuliefern.

Und so sinkt deine Reichweite.

In meiner Arbeit, und ich mache diesen Job nun auch schon einige Jahre, war es mir nie wichtig, dass die von mir betreuten Fanpages über große Zahlen von Fans verfügten. Wichtiger war es mir stets, dass es sich bei den Fans tatsächlich auch um „gute Fans“ handelte.

Gegenüber meinen Kunden argumentiere ich stets folgendermaßen: „Was nützen dir tausend Fans, wenn von diesen niemand dein Produkt kauft? Wäre es nicht besser wenige „Fans“ zu haben, die dafür aber auch loyale Kunden sind?“

Meine Kunden verstehen diese Argumentation. Und du solltest dieses Prinzip auch verstehen, wenn du mit deiner Fanpage heute noch Erfolg haben willst.

Ich erreiche mit meinen Postings auf den thematisch vielfältighsten Seiten, die ich so betreue im Mittel 200 – 300% meiner Fans. Anders ausgedrückt: Auf jeden Fan den ich habe, kommen nochmal ein oder zwei andere Facebook-Nutzer, die meine Beiträge ebenfalls sehen. In der Spitze erreiche so Reichweiten von deutlich über 1000%. Ich kann also mit meinem Ansatz nicht ganz falsch liegen, oder?

Benefit: 5 einfache Tipps, um deine Reichweite zu erhöhen.

Kommen wir also endlich zu dem, auf das du schon die ganze Zeit gewartet hast. Kommen wir zu den Tipps, wie du deine organische Reichweite bei Facebook verbessern kannst.

1. Timing ist alles

Ob dein Beitrag von vielen oder nur wenigen Nutzern gesehen wird, hängt ganz entscheidend vom Timing ab. Nicht jeder Nutzer ist immer online, allerdings erzielt dein Beitrag den stärksten Buzz in den ersten 20 Minuten nach dem du ihn gepostet hast. Hier gilt es also, den besten Moment zu erwischen. Wann der ist, kann dir niemand konkret sagen. Kenne deine Zielgruppe und teste, wann der beste Zeitpunkt ist.

2. Konzentrier dich auf deine Texte

Auch die Texte sind extrem wichtig. Mach dir Gedanken, was du schreibst und wie du es schreibst. Durch geschickte Formulierungen, kannst du deine Nutzer zu Interaktionen anregen. Aber Vorsicht: Facebook mag keine Clickbaiting. Das kann also kontraproduktiv sein.

3. optimiere deine Beiträge

Ob ein Link bei Facebook optimal angezeigt wird oder nicht, ist kein Zufall. Um deinen Blogbeitrag für Facebook zu optimieren brauchst du lediglich wenige Zeilen HTML. Das ist alles andere als schwwarze Magie: Die sogenannten open Graph-Metadaten sorgen dafür, dass dein Link optimal dargestellt wird. Und das sorgt für mehr Links und mehr Interaktionen.

4. wähle die besten Beitragsarten

Reine Textbeiträge werden bei weitem nicht so oft geteilt wie Beiträge, die auch Bilder enthalten. Sorge deshalb dafür, dass alle deine Beiträge optische Elemente wie Bilder oder Videos enthalten.

5. Wiederhole Beiträge

Gehe davon aus, dass nicht alle deine Follower alle deine Postings auch zu Gesicht bekommen. Es ist deshalb eine gute Idee, erfolgreiche und zeitlose / noch immer aktuelle Beiträge nach einem gewissen Zeitraum noch einmal zu posten. Dies erhöht die Interaktionszahlen und schließlich auch die Reichweite.

Bonustipp: Poste Regelmäßig!

Internetnutzer sind Gewohnheitstiere. Und der Facebook-Algorithmus tickt genauso. Komme deinen Fans deshalb entgegen und poste regelmäßig zu festen Terminen. Bei deinen Lesern stellt sich eine Routine ein, die du nicht enttäuschen solltest.

Wie du siehst, sind fallende Reichweiten keineswegs ein Naturgesetz. Mit einem guten Plan, den du konsequent umsetzt kannst du der Abwärtsspirale entgehen und auch heute noch ausgezeichnete Reichweiten erzielen.

Es ist aber auch klar, dass es mit einiger Mühe verbunden ist, die User einer eingeschlafenen Fanpage wieder zu aktivieren. Mit diesen leicht umzusetzenden Tipps und etwas Geduld sollte aber auch das möglich sein.

Ich wünsche dir viel Erfolg für deinen Weg!

1 Comment

  1. Ulrich , on Jan 10, 2017 at 19:53 Antworten

    Danke

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