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Instagram und Snapchat sind keine Herausforderer für Facebook!

In Blog by Patrick NixLeave a Comment

Facebook wird immer älter, Teenager fühlen sich heute auf Plattformen wie Instagram wohler, diesen Trend gibt es bereits seit geraumer Zeit. Doch reicht das aus, um die Zukunft von Facebook infrage zu stellen?

Natürlich kann niemand in die Glaskugel schauen und mit absoluter Gewissheit sagen, in welche Richtung sich die Social Media-Landschaft in den kommenden Jahren entwickeln wird. Für das Handelsblatt reichen die stolzen Wachstumszahlen von Instagram und Snapchat aus, um ein enges Rennen zwischen den Diensten zu erkennen. Dabei übersieht es allerdings einige zentrale Argumente.

Facebook ist erwachsen geworden

Tatsächlich ist Facebook erwachsen geworden. Das hat selbstverständlich zur Folge, dass die Themen auf den Timelines der Nutzer heute andere sind als noch vor fünf Jahren. Auch die beeindruckenden Wachstumszahlen manch jüngeren Netzwerks können nicht wegdiskutiert werden. Und doch halte ich es für einen Kurzschluss, zu glauben, dass Facebook dadurch nicht mehr zukunftsfähig ist. Oder auch, dass Snapchat und Instagram überhaupt Herausforderer von Facebook sind.

Zunächst ist es doch ein wenig fragwürdig, überhaupt einen Wettbewerb zwischen Facebook und der Messenger-App Snapchat auszurufen. Beide Dienste sind auf vollkommen anderen Märkten angesiedelt. Naheliegender wäre der Vergleich von Snpachat und dem neuen Facebook Messenger. Schon hier hat Snapchat klar das Nachsehen was die totale Zahl der Nutzer angeht. Noch schlechter wird seine Position, wenn in das Rennen auch der Branchenprimus WhatsApp einbezogen wird. Zwar kann Snapchat grandiose Wachstumszahlen vorweisen, angesichts der schieren Größe, die WhatsApp und Facebook Messenger bereits haben, ist es allerdings auch wenig überraschend, dass die Wachstumszahlen bei ihnen geringer ausfallen. Die Ausgangsbasis ist schlicht eine andere.

Messenger- und Bilderdienste liegen im Trend

Dennoch stellen Messenger-Apps einen großen Wachstumsmarkt dar. Das hat Facebook schon frühzeitig erkannt und WhatsApp für das Taschengeld von 19Mrd. gekauft. Gemeinsam mit dem hauseigenen Messenger dominieren die Dienste den Markt mehr als deutlich. Es folgt Skype und dann schließlich ganz lange nichts. Dieselbe Statistik zitiert auch der genannte Handelsblatt-Artikel und verweist auf das prozentuale Wachstum von Snapchat. Was dabei unerwähnt bleibt: Snapchat startet von einem deutlich niedrigeren Niveau. Das jährliche Wachstum von Facebook kann naturgemäß nicht mehr so hoch ausfallen, ist es doch schon flächendeckend installiert.

Erwähnt werden sollte darüber hinaus, dass für Web 2.0-StartUps in der Take-off-Phase Wachstumsraten jenseits der 80% keine Seltenheit sind. Die 57% von Snapchat wirken demgegenüber zwar immer noch beeindruckend, lassen sich angesichts der Vergleichsgröße aber vielleicht besser einordnen.

Als zweiten großen Herausforderer glaubt das Handelsblatt Instagram ausfindig gemacht zu haben. Auch an dieser Stelle kann man sich im Hause Facebook also beruhigt zurücklehnen, gehört doch auch das Bilder-Netzwerk zur Familie.

Das Hauptargument, das im Artikel vom jugendlichen Kronzeugen der Argumentation zugunsten von Instagram hervorgebracht wird, liegt in der Werbefreiheit von der Foto-App. Damit ist es aber auch schon wieder hin, rollt die Fotosharing-Plattform doch just in diesen Tagen seine eigene Version der sponsored Postings aus. Damit dürfte die vermeintlich unkommerzielle Sexyness von Instagram schon bald der Vergangenheit angehören.

Auch bedient Instagram eine Nische, in der ein kleiner Dienst aufrgrund seiner Spezialisierung natürlich Vorteile gegenüber einem Generalisten wie Facebook genießt. Vergleichbare Beispiele wären LinkedIn im Business-Segment oder Twitter im Bereich der Kurznachrichtendienste und Nachrichtenaggregatoren.

Und letztlich handelt es sich auch bei Teenagern lediglich um eine Nische unter vielen. Wollen diese sich mit dem Rest der Menschheit austauschen, werden sie früher oder später aus ihrer Nische hervorkommen. Das bedingt allein schon der Netzwerkeffekt, der eine Abschottung mit so hohen Kosten belegt, dass diese kaum als lukrativ angesehen werden dürfte.

Netzmonopole ohne Beispiel

Die Monopolbildungen, die wir gegenwärtig im Netz beobachten, sind in der Wirtschaftsgeschichte bislang ohne Beispiel. Aus diesem Grund ist es unmöglich, einen Vergleich zu ziehen, zwischen der Marktposition von Facebook und einem anderen Unternehmen.

In meinen Augen gibt es aber aktuell keinen Hinweis darauf, dass Facebook seine marktbeherrschende Stellung in absehbarer Zeit einbüßen könnte. Dafür sind die jüngsten Zukäufe zu geschickt gewählt. Ich gehe viel mehr davon aus, dass Facebook seine Position als Generalist weiter festigen wird, an dessen Rändern es aber weiter ein buntes Biotop an Plattformen in den unterschiedlichsten Nischen geben wird. Möchte der Nutzer aber über den Tellerrand schauen, dürfte er an Facebook auch weiterhin kaum vorbeikommen.

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