Suchmaschinenoptimierung: Das ABC des Linkbuilding

Das ABC des Linkbuilding

Suchmaschinenoptimierung: Das ABC des Linkbuilding

Kommen wir nun zu einer der wohl zentralsten Aufgaben rund um die Suchmaschinenoptimierung, zum Linkbuilding.

Wer mit seiner Website in den Suchergebnissen an prominenten Stellen erscheinen will, sollte regelmäßig Zeit und Kreativität in den Aufbau von Backlinks investieren. Für Google sind Links schlicht das wichtigste Rankingsignal von anderen. Wer diesen Bereich vollständig ignoriert, wird deshalb mittelfristig Potential verschenken.

Ich möchte mit diesem Artikel ein paar grundsätzliche Fragen rund um das Thema Linkbuilding klären, bevor ich in den folgenden Artikeln immer wieder auf einzelne Techniken zum Linkaufbau eingehe.

Ist Linkbuilding heute überhaupt noch wichtig?

Long Story short: Ja.

Immer wieder heißt es, Backlinks würden für Google heute nicht mehr eine so große Rolle spielen, wie es in der Frühzeit des Algorithmus der Fall war. Und das ist sicherlich auch nicht von der Hand zu weisen.

Gerade in den Jahren um 2014/15 kam es zu einer regelrechten Linkdürre. Gleichzeitig konzentrierten sich viele Webmaster viel stärker auf die Onpage-Optimierung. Und das ist auch nicht grundsätzlich falsch. Wie ich später noch zeigen werde, spielt die Onpage-Dimension einer Website eine ganz wesentlich Rolle.

Tatsache ist nämlich, dass Google heute deutlich mehr Rankingsignale zur Bewertung einer Website heranzieht, als es das in seinen frühen Tagen getan hat. So ist Google heute deutlich besser in der Lage beispielsweise Nutzersignale auszuwerten, die natürlich sehr guten Aufschluss darüber geben, welche Qualität eine Website hat. Das bedeutet aber nicht, dass Links heute vollkommen zu vernachlässigen wären.

Ganz im Gegenteil!

Mitarbeiter von Google haben immer wieder bestätigt, dass Google interne Tests durchführt, wie Rankings ohne die Beachtung von Backlinks aussähen. Die Ergebnisse waren offenbar nur wenig zufriedenstellend.

Gerade in jüngerer Zeit können wir beobachten, dass Backlinks wieder an Relevanz zunehmen. Der Unterschied zu früher ist nur, dass Google heute sehr gut zwischen guten und schlechten Link unterscheiden kann.

Das bedeutet, dass Linkbuilding heute eine deutlich komplexere Angelegenheit ist, als es das noch vor zehn Jahren war. Wer diese Teildisziplin der Suchmaschinenoptimierung aber beherrscht, kann seine Ranking-Erfolge damit deutlich steigern.

Welche Rolle spielt der Page Rank?

Wir sehen also, dass es auch heute noch Sinn macht, sich aktiv um sein Linkbuilding zu bemühen. Doch wie fangen wir da am besten an.

Früher war das einfach. Da hat man nach Seiten Ausschau gehalten, die einen möglichst hohen Page Rank haben und sich anschließend darum bemüht, von dieser Seite einen Link zu bekommen. Und wenn er nur aus dem Kommentarbereich kommt…

Der Page Rank ist ein Algorithmus, auf dem letztlich das gesamte Prinzip der Suchmaschine Google seit 1998 funktioniert. Vereinfacht gesagt, gibt der Page Rank auf einer Skala von 0 – 10 an, wie relevant eine Website ist.

Früher bestand das Prinzip nun also darin, von möglichst vielen relevanten (= Page Rank-starken) Seiten verlinkt zu werden um dadurch selbst Relevanz aufzubauen.

Der Punkt ist nun aber leider der, dass das Spiel heute nicht mehr so leicht funktioniert. Google hat erkannt, das die Webmaster vergangener Tage nur noch bestrebt waren, ihren Page Rank zu verbessern. Man hatte ihnen schlicht falsche Anreize gesetzt.

Aus diesem Grund veröffentlicht Google den Page Rank heute nicht mehr. Die letzte Aktualisierung des öffentlichen Page Ranks fand am 6. Dezember 2014 statt. (Frag mich nicht, weshalb ich mir dieses Datum so gut merken kann.)

Auch wenn davon auszugehen ist, dass es den Page Rank intern noch immer gibt, spielt er für dich heute keine Rolle mehr und es aktuell nicht davon auszugehen, dass sich das in näherer Zukunft ändern wird.

Das bedeutet auch: Wenn dir jemand einen Link von einer Website mit einem PR von X andrehen will, arbeitet er entweder mit hoffnungslos veralteten Daten oder er will dich übers Ohr hauen. Finger weg. Leider sieht man solche Angebote noch immer relativ häufig.

Was ist Domain Authority?

Die Domain Authority ist eine Kennzahl, die von der Firma MOZ entwickelt wurde und Auskunft darüber geben soll, welches Vertrauen eine Domain in den Augen von Google genießt. Die Da berücksichtigt dabei verschiedene Indikatoren wie Onpage-Optimierung, Anzahl und Qualität der Backlinks, Social Signals, Alter der Domain, etc.

Eine Domain kann maximal den Wert von 100 erreichen. Für dein Linkbuilding sind Links von Websites mit hoher Domain Authority von größerem Wert.

Wieviele Backlinks brauche ich?

Du genau zehn Backlinks. Dann rankst du zu jedem Thema das du dir aussuchst bei Google auf Platz 1.

Das ist natürlich Blödsinn.

Wie du dir sicher denken kannst, lässt es sich nicht pauschal sagen, wieviele Links zum Erfolg führen werden. In manschen, nicht sonderlich starken Nischen kann schon eine kleine Zahl an Backlinks einen sehr großen Sprung in den SERPS bewirken, in anderen (härter umkämpften Nischen) wirst du wahrscheinlich eher Tausende von Links brauchen, um auf den Positionen zu landen, die dir vorschweben.

Und das dumme ist: je umkämpfter ein Markt ist, auf desto mehr unterschiedliche Rankingfaktoren wirst du achten müssen. Links allein werden dir oft nicht mehr helfen.

Und selbst wenn du viele Links aufbaust kann es sein, dass sich deine Website in den SERPS einfach nicht von der Stelle bewegt. Das Problem könnte schlicht und ergreifend sein, dass deine Links keine gute Qualität haben.

Gehe einfach von groben Regel aus, dass du je weniger Links brauchst, desto stärker sie sind. – Lass dich davon aber nicht verleiten, ausschließlich super starke Links von großen Websites zu kaufen. Auf die Mischung kommt es an, gerade auch im Sinne eines natürlichen Linkprofils.

Wie erkenne ich einen guten Link?

Aber wie erkenne ich denn nun einen guten Link, wirst du dich jetzt sicher fragen. Das ist gar nicht so einfach, aber auch keine Raketenwissenschaft.

Früher haben wir einfach den Page Rank betrachtet und hatten damit schon ein verdammt guten Anhaltspunkt. Wie oben beschrieben, funktioniert das heute nicht mehr. Aktuell scheint die Rolle des alten PR der Sichtbarkeitsindex (SI) einzunehmen. Dieser gibt Auskunft darüber, wie gut eine Domain rankt, hat aber gerade in spezielleren Nischen nur wenig Aussagekraft. Ich bin deshalb skeptisch, die Qualität eines Links ausschließlich am SI zu bemessen.

Neben dem SI solltest du dir auch ansehen, wie die Domainpopularität der linkspendenden Website ist. Betrachte darüber hinaus, wieviele Links von dieser Seite ausgehen. – Bist du dort nur einer von vielen oder verlinkt dich der Webmaster exklusiv. (Letzteres ist natürlich wertvoller).

Hütte dich vor Backlinks aus sogenannten Linkfarmen. Diese haben im besten Fall gar keinen Einfluss auf dein Ranking, können dir im schlechtesten Fall aber auch schaden.

Betrachte darüber hinaus, an welcher Stelle auf der Seite dein Link sitzt. Vermeide Links aus dem Footer einer Seite. Auch Links aus der Sidebar sollten nur sparsam eingesetzt werden. Am besten sind im Normalfall Content-Links, also solche die direkt aus einem Artikel, also einem redaktionellen Umfeld kommen.

Und auch hier gibt es durchaus Unterschiede. Faustegel: Je näher am Beginn des Artikels dein Link steht, desto besser.

Wie unterscheiden sich Backlinks und verweisende Domains?

Das ist einfach, auch wenn es hier immer wieder zu Irritationen kommt.

Ein Backlink wird stets für sich allein gezählt, zugleich ist es aber natürlich von Interesse, wieviele unterschiedliche Websites dich verlinkt haben. Deren Zahl sollten wir deshalb stets mit erheben.

Beispielsweise könntest du 500+ Backlinks haben. Das klingt für eine kleinere Seite zunächst mal gut. Stellt sich aber heraus, dass diese 500 Backlinks allesamt von der gleichen verweisenden Domain kommen, so wirft dies zumindest Fragen auf. – Der Verdacht läge nahe, dass du hier Links aus dem Footer oder der Sidebar eines Blogs bekommst. Das heißt, dein Link schlicht auf jeder Unterseite dieses Blogs angezeigt wird.

Das ist nicht dramatisch, spricht aber auch nicht unbedingt von Qualität. Davon ausgehend, dass Backlinks immer auch einen Vertrauensbeweis eines linkspendenden Webmasters darstellen, würde das natürlich bedeuten, dass dir nur ein einziger Webmaster dieses Vertrauen ausspricht. Die Aussagekraft der totalen Zahl an Backlinks schwindet damit.

Auf der anderen Seite sähe es aber auch komisch aus, wenn deine 500 Backlinks von 500 verweisenden Domains stammen. – Hier läge der Verdacht der manuellen Manipulation recht nahe.

Im Normalfall ist es schlicht so, dass dich manche Websites häufiger verlinken, andere nur einmal. 500 Backlinks von 200 verweisenden Domains wäre deshalb ein guter Wert.

Was sind nofollow und dofollow?

Durch das setzen eines Links vererbt die linkspendende Website Linkjuice an die linknehmende Seite. Die Motivation ist deshalb hoch, Links von großen Seiten zu bekommen um an deren Stärke teilzuhaben. Gerade Wikipedia.org hat darunter in der Vergangenheit stark gelitten.

Google hat deshalb deshalb das Attribut „nofollow“ eingeführt, mit dem Links minderer Relevanz markiert werden können. Diese Links vererben keinen Linkjuice mehr und (zumindest in der Theorie) folgen auch die Google-Bots solchen Links nicht.

Unter Linkbuildern führt dies nun zu der Diskussionen, wie man am besten mit Nofollow-Links umgehen sollte. Hardliner bauen prinzipiell keine Nofollow-Links auf. Ich halte dieses Vorgehen tendenziell für sehr gefährlich, weil ein Linkprofil, das ausschließlich aus Dofollow-Links besteht, natürlich sehr unnatürlich aussieht.

Wir müssen heute einfach davon ausgehen, dass etwa 70% aller Links die gesetzt werden auch nofollow sind. Und genau das sollte sich auch in deinem Linkprofil widerspiegeln.

Ich persönlich achte beim Linkbuilding kaum darauf, ob ein Link jetzt tatsächlich do- oder nofollow ist.

Was zeichnet ein natürliches Linkprofil aus?

Für Google sind Links letztlich nichts anderes als Empfehlungen. Und eine gute Empfehlung kommt natürlich ohne Druck und ohne Beeinflussung zustande. In der idealen Welt, würden Webmaster einfach andere Seiten verlinken, weil sie deren Inhalte so bemerkenswert finden.

Es gäbe in dieser Welt keine Notwendigkeit, beim Linkbuilding nachzuhelfen. Ganz so einfach ist es aber natürlich nicht. Wer erfolgreich sein will, muss auch im Linkbuilding aktiv werden, nur sollte Google das nicht unbedingt merken 😉

Ein natürliches Linkprofil sollte deshalb unbedingt sein Ziel sein. Anders ausgedrückt: Dein Linkprofil sollte so aussehen, als hättest du es gar nicht beeinflusst. Diesen Eindruck erweckst du etwa, wenn du auf eine gesunde Mischung von nofollow- und dofollow-Links acht gibt. Stelle darüber hinaus sicher, dass deine Links in einer sinnvollen zeitlichen Struktur entstehen und nicht alle aus den gleichen oder ähnlichen Quellen stammen.

Was muss ich beim Anchor-Text beachten?

Ja, unbedingt. Auch der Anchor, oder auch Anker-Text spielt für die Natürlichkeit eines Linkprofils eine Rolle.

Der Anker ist im Prinzip der klickbare Text, der einen Link bezeichnet. Dieser gibt im Normalfall Aufschluss darüber, was den Leser nach klicken des Links erwartet. Wer hier lediglich sein Money-Keyword einsetzt gibt den Spam-Prüfern von Google einen klaren Hinweis auf Manipulation.

Achte deshalb darauf, dass sich deine Anker-Texte unterscheiden. Statt dem Money-Keyword kannst Du beispielsweise auch Synonyme, LSI-Keywords, Wortgruppen oder die URL angegeben.

Welche Rolle spielt die Onpage-Optimierung für mein Linkbuilding?

Und natürlich spielt auch die Onpage-Optimierung eine nicht unwesentliche Rolle, auch wenn sie mit dem Linkbuilding direkt erstmal nichts zu tun zu haben scheint. Erstelle guten Content um anderen Webmastern Anreize zu geben, deine Website zu verlinken. Ein umfangreicher Content Hub gibt dir darüber hinaus die Möglichkeit, viele unterschiedliche Deep Links zu setzen.

Unter Deep Links verstehen wir solche Links, die nicht auf die Startseite verweisen, sondern tief in die Struktur, beispielsweise auf einen Blog-Artikel oder ein Produkt. Ich denke es versteht sich von selbst, dass gerade solche Link deutlich natürlicher wirken, als solche die auf eine nichtssagende Startseite verweisen.

Darf ich Links kaufen?

Mit dem Kauf von Links verhält es sich so wie mit der Bild-Zeitung: Niemand gibt zu, dass er sie liest, sie ist aber seltsamerweise trotzdem die größte Zeitung in Deutschland.

Öffentlich geben auch nicht viele Webmaster zu, Links zu kaufen. Gehe aber davon aus, dass es die meisten eben doch tun. Der Grund, weshalb so viele Webmaster nur so ungern über den Kauf von Backlinks sprechen ist, dass Google in seinen Guideline klar sagt, dass gekaufte Links (wie Werbung) gekennzeichnet werden müssen.

Das macht aber natürlich niemand gern, schließlich würde das unweigerlich dazu führen, dass der Link weniger wert ist. Nicht unwahrscheinlich, dass Google ihn schwächer bewerten würde, er wäre ja eben keine Empfehlung im eigentlichen Sinn mehr.

Darüber hinaus würde wahrscheinlich auch weniger Traffic über diesen Link kommen. Denn wer klickt schon gern Werbung an.

Pin It on Pinterest

Share This

Hi!

Wenn dir gefällt, was du hier liest, würde ich mich freuen wenn du meine Inhalte teilst