Auf wie vielen Plattformen sollte ich präsent sein?

Auf wie vielen Social Media Plattformen und Netzwerken sollte ich präsent sein?

Auf wie vielen Plattformen sollte ich präsent sein?

Ich glaube, mir wird keine Frage so häufig gestellt wie diese: Auf wie vielen Plattformen sollte ich präsent sein? – Das Problem mit dieser Frage: Eine klare Antwort kann es darauf nicht geben.

An der Bedeutung, die Social Media inzwischen für die Kommunikation und Präsentation eines Unternehmens nach innen, wie nach außen gewonnen hat, besteht wohl kein Zweifel. Insofern verwundert es kaum, dass heute nahezu jedes Unternehmen, das etwas auf sich hält, auf einer oder mehrer Social Media Plattformen präsent ist.

Nicht selten ist dabei allerdings auch zu beobachten, dass Plattformen verwaisen oder das Unternehmen und seine Mitarbeiter mit der Betreuung schlicht überfordert sind. Für den Social Media Manager stellt sich also die Gretchenfrage: Auf wie vielen Plattformen sollte ich präsent sein?

Auf wie vielen Social Media Plattformen und Netzwerken sollte ich präsent sein?

Um diese Frage für dich zu beantworten, wirst du nicht drumherum kommen, die Strategie die du mit deinem Unternehmen verfolgst, unter die Lupe zu nehmen.

Um die Frage nach der Zahl und den Namen der richtigen Plattformen zu beantworten, solltest du dir einige Fragen im Hinblick auf deine Social Media Strategie stellen:

Gehen wir diese Fragen doch mal im Detail durch.

Was möchte ich mit meiner Social Media erreichen?

Die Frage klingt banal, ich weiß. Aber hast du sie dir schon mal gestellt?

Warum bist du mit deinem Unternehmen beispielsweise auf Facebook? – Weil alle dort sind? Schlechte Antwort. Weil du dort die Bedürfnisse deiner Zielgruppe am besten befriedigen kannst? – Schon besser. Weil Facebook hinsichtlich deiner Unternehmensziele besser geeignet ist, als andere Plattformen?- That’s it.

Ziele, die Unternehmen mit ihrem Engagement in Social Media verfolgen können extrem unterschiedlich sein. Die einen wollen die Bekanntheit ihrer Marke verbessern, die anderen wollen ihr Lager abverkaufen und wieder andere wollen um neue Mitarbeiter werben.

Alles sehr gute Gründe. In ihrer Konsequenz führen all diese Gründe aber auch zu unterschiedlichen Schlussfolgerungen, auf welchen Plattformen diese Unternehmen sich engagieren sollten.

Geht es um die Bekanntheit der Marke wäre Facebook tendenziell eine gute Idee. Mit roundabout 30 Millionen Nutzern in Deutschland kannst du dort potentiell jeden erreichen. So er denn online ist.

Ob du deine Zielgruppe dort erreichst ist damit aber noch lange nicht sicher. Die solltest du dir deshalb noch genauer anschauen.

Vielleicht wäre es für dich und dein Unternehmen aber auch eine gute Idee, zu Twitter zu gehen. Twitter hat zwar nicht so viele Mitglieder in Deutschland. Dafür tummeln sich dort aber soviele Multiplikatoren wie sonst nirgends. Im Sinne der Markenbekanntheit könnte sich Twitter so zum Jackpot entwickeln.

Also wäre die Antwort in diesem Szenario „zwei“? Naja, so einfach wollen wir es uns mal nicht machen. Schließlich beschränken sich nur wenige Unternehmen auf ein einziges so konkretes Ziel.

Was zum Beispiel, wenn dir dein Boss sagt, dass das Lager mit Produkten aus der letzten Saison abverkauft werden muss? Ob Facebook hier unbedingt die beste Plattform ist, wage ich zu bezweifeln.

In diesem Falle würde ich eher zu einem Corporate Blog raten, in dem womöglich auf Sale-Aktionen hingewiesen wird. Dieser hat den Vorteil, dass er durch eine kluge Wahl von Keywords genau den Traffic bekommt, den er braucht.

Der Punkt ist der, dass das Nutzerverhalten bei Social Media-Usern nicht im gleichen Maße zielgerichtet ist, wie das von Suchmaschinennutzern. Wer auf Facebook Fan deines Unternehmens ist, muss nicht zwangsläufig ein dauerhaftes Kaufinteresse haben.

Anders der Google-User. Wer hier „Produkt kaufen“ eintippt, der hat auch genau das im Sinn. Für die Generierung von Sales eignet sich der Blog deshalb deutlich besser, als es die meisten Social Media-Plattformen tun.

Du siehst, dass die Wahl der richtigen Plattform in enger Abhängigkeit zu deinen Zielen steht. Es geht nicht darum, möglichst omnipräsent zu sein, sondern darum, qualifizierten Traffic zu bekommen. Statt also die Frage zu stellen, auf wie vielen Plattformen du sein solltest, empfehle ich dir, zunächst darüber nachzudenken, was du überhaupt erreichen willst.

Wie sieht meine Zielgruppe aus?

Noch so eine scheinbar banale Frage. Aber denk doch mal einen Moment über diese Frage nach. Wer ist eigentlich deine Zielgruppe? An wen richten sich deine Produkte?

Tappe hier jetzt um Himmels Willen nicht in die Falle, dir einzureden dass deine Produkte oder Dienstleistungen ja prinzipiell für jeden eine gute Sache wären. Denn das ist wahrscheinlich nicht der Fall.

Es ist deshalb eine gute Idee, deine Zielgruppe kennenzulernen. Schau dir bestehende Kunden an und verorte sie in ihren soziodemographischen Milieus. Gehe dann noch einen Schritt weiter und entwickle eine Persona, bzw. einen Kunden-Avatar.

Dieser hilft dir dabei, herauszufinden über welche kommunikationspolitischen Maßnahmen du deinen Kunden erreichen kannst. Zugleich vermeidest du so natürlich auch Schüsse ins Blaue. Die kann niemand gebrauchen. Und noch wichtiger: Die kannst du dir auch überhaupt nicht leisten. Es ist nämlich viel zu schade um die verschwendeten Kapazitäten.

Wie stellt sich dein Beispiel-Kunde auf? Auf welchen Plattformen ist er aktiv? – Genau dort solltest du auch sein. Klingt eigentlich ganz Ecstasy, oder?

Die Schwierigkeit ist dabei, dass du dich in andere Personen hineinversetzen musst. Das fällt nicht immer leicht. Eine umfassende Recherche auf den jeweiligen Plattformen kann deine Arbeitsthesen bezüglich deiner Personae aber durchaus unterstützen.

Was für eine Content Strategie verfolgen wir eigentlich?

Kommen wir zu meinem Lieblingsthema. Dem Content.

Natürlich kommt es auch darauf an, was für Content du zur Verfügung hast, bzw. was für Content du produzieren willst und kannst. Video ist im Moment angesagt. Du bist deshalb vielleicht geneigt, sofort zu sagen, dass du unbedingt auf Youtube vertreten sein musst.

Wenn dir aber kein hochwertiges Videomaterial zur Verfügung steht, bist du dort wahrscheinlich falsch. Das gleiche gilt für Bilder auf Instagram und Texte für deinen Corporate Blog.

Nicht jedes Produkt und nicht jede Branche eignet sich zu 100% für jedes Content-Format. Schaue dir dein Produkt und deine Zielgruppe an und entscheide, welche Medienformen und welche Content-Formate sich anbieten.

Wenn du das erkannt hast, kannst du dir auch Gedanken darüber machen, welche Plattformen du bespielen willst. Wenn du dann zum Beispiel nicht drumherum kommst Videos zu produzieren, bietet sich Youtube an.

Denke aber auch hier ganzheitlich im Sinne deiner Strategie. Videos kannst du auch auf Facebook veröffentlichen. Solltest du hier schon eine Fanpage und eine gute Engagement-Rate besitzen, würde sich Facebook vielleicht genauso oder sogar besser eignen.

Welche Kapazitäten habe ich, bzw. hat mein Unternehmen?

Kommen wir zur wichtigsten Frage. Entscheidend ist schließlich auch, ob du die gewählten Plattformen auch wirklich dauerhaft bespielen kannst.

Zur Beantwortung dieser Frage solltest du vor allem von drei Faktoren ausgehen:

  • Geld. Jeder Social Media-Plattform kostet Geld. Zumindest dann, wenn du es richtig anstellst. Und da rede ich noch gar nicht zwingend über bezahlte Ads. Geld wird auch fällig, wenn du Stockphotos einkaufst, Texter bezahlen musst oder wenn du irgendwelche Tools brauchst.
  • Zeit. Natürlich kostet es auch Zeit, mehrere Netzwerke zu bespielen. Und diese Zeit wird nur allzu gern unterschätzt. Es kostet Zeit, Beiträge zu erstellen. Es kostet aber auch Zeit zu recherchieren, auf Feedback zu reagieren und gegebenenfalls User generated Content zu überarbeiten oder zu moderieren.
  • Manpower. Wer soll den Job überhaupt machen. Du selbst oder deine Sekretärin? Hast du ein Team oder heuerst du Freelancer oder eine Agentur an? Fakt ist, je komplexer dein System wird, desto schwieriger und aufwendiger wird es auch. Oftmals wird das im Vorfeld nicht bedacht. In der Konsequenz sehen wir leider viel zu viele verwaiste Fanpages und Accounts.

Fazit: Auf wie vielen Plattformen sollte ich präsent sein?

Du siehst, die Frage auf wie vielen Social media-Plattformen du vertreten sein solltest, lässt sich gar nicht so leicht beantworten, zu komplex sind die Bedingungen. Meine Faustregel besagt, dass in Abhängigkeit zum Content meistens zwei Social Media-Plattformen und die Unternehmenswebsite inkl. Corporate Blog ausreichen.

Wenn diese Plattformen mit einer klugen Strategie bespielt werden, sollte es möglich sein einen guten Kompromiss aus Aufwand und Nutzen zu ziehen.

Leave a Comment

Pin It on Pinterest

Share This

Hi!

Wenn dir gefällt, was du hier liest, würde ich mich freuen wenn du meine Inhalte teilst